Musik in Trencin

Die Jesuiten siedelten sich im Jahre 1649 in Trencin an und bereits drei Jahre später begannen sie an der Schule zu unterrichten. Die Merheit der Stadtbewohner bildete damals die slowakische Bevölkerung, die fast ausschliesßlich der evangelischen Konfession gehörte (zum Unterschied z.B. zu Bratislava, Trnava und anderen Städten, wo auch die anderen Nationalitäten lebten). Die Jesuiten begannen in Trencin auch im Zusammenhang mit der Rekatholisierung zu wirken und ihr Kollegium wurde bald zu einem der wichtigsten auf dem ganzen Gebiet der heutigen Slowakei. Im Jahre 1655 begann in Trencin ein Novizamt zu funktionieren, im Jahre 1657 wurde ein neues Kollegiumsgebäude eröffnet, wo sich ein Theatersaal (theatrum) befindete, im Jahre 1694 entstand auch Adlerkonvikt (convictus nobilium). Im Zusammenhang mit der schneller Entwicklung des Kollegiums entwickelte sich Musik, aber auch Theater (Musiktheater), das zu einem richtigen Wirkungsinstrument auf die Bevölkerung wurde. Sowohl vor der Eröffnung des Theaters, als auch später spielten die Jesuiten Theater (Schulspiele) auch mit der Musik (mit festlichem Klang der Trompeten und des Kessels) auch auf dem Stadtplatz (pompöse Vorstellungen besonders zu Fronleichnam und zu Ostern) und den Chronikschreibern nach überließen diese Spiele einen großen Einfluss auf die protestantische Bevölkerung . Sie arbeiteten dabei auch mit den Musikern der Pfarrkirche zusammen. Ein prunkvoller Dokument überkonfessioneller Zusammenarbeit wurde aus dieser Zeit (aus den Jahren 1658 – 68) genau aus Trencin erhalten: Die Evangeliker verschoben ihre Gottesdienste so, damit sie, bzw. Stadtmusikanten (Trompeter) bei den großen Feiern auch bei den Jesuiten spielen konnten. Zu einem großen Mäzen der Trenciner Jesuiten wurde der Neustädtiger Präpost M. Lippay, durch dessen Verdienst z.B. die Kostüme in Venezia eingekauft wurden. Die Trenciner Jesuiten arbeiteten auf dem Gebiet des Musiktheaters mit den vornehmlichen Komponisten zusammen, die auch für die Jesuitenkollegien in Österreich komponierten, z.B. die Musik zum Spiel „Vindicta Sancta in Alexandro Hierosolymorum patriarcha“ (1699) komponierte der zukünftige Bassist der Wiener Hofkapelle Caspar Liedmayr (1669 – 1724).

Die Trenciner Jesuiten spielteten das Musiktheater auch im18. Jh. – bis zum Liquidation des Ordens ( im Jahre 1773). Es wurden auf diesem Gebiet sehr schätzbare Quellen erhalten – z.B. „Musica Theatralis“ vom Wiener Kompatrioten und Schüler des Trnavaer Jesuitenkollegiums Josephs Umstatts (1761), weiter ein komplett vertöntes Passionsspiel von Josephs Schreies in der slowakischen Sprache aus dem Jahre 1768 („Opera und Duetto de Amara Passione D.N. J.C.“), oder einige Faschingsparodien , aus dennen die vertönte Parodie der philosophischen Disputs „Syllogismus de ente rationis“die interessanteste ist und die dem berühmten böhmischen Komponisten F.X. Brixi zugesshrieben wird. An die Tradition des Jesuiten Musiktheatres knüpften die Piaristen an, die im Jahre 1776 die Schule und die Kirche übernahmen. Eine der bei uns erhaltenen berühmtesten Faschingskompositionen überhaupt, erst aus der Zeit der Piaristenepoche (die bis Barbarsordensabschaffung im Jahre 1950 dauerte) ist die Komposition auf den latein-slowakischen Text „Requiem Wie wir trinken, so wir trinken“ (es könnte als sog. „Begrabung der Bassgeige“ im ausgebildeten Schichten in der Klosterumwelt genannt werden). Die zahlreichen ähnlichen Kompositionen wurden besonders im Abschreibung von P. Augustin Schmehlik erhalten (wirkte im Trencin als Regenschori und Pädagoge von 1800 bis zum Tode im Jahre 1844), z.B. die Lustkanone über Tabak, Frösche usw. von dem Piaristen P. Norbert Schreier, einem der berühmtesten Personen unserer Kirchengeschichte im 18. Jh. überhaupt (nicht nur im Sinne der Musik).

Die Epoche dieses Jesuitenkollegiums und dieser Kirche wurde nicht nur für das Musiktheater bedeutend - Trencin gehört hier zu den bedeutendsten Orten in der Slowakei – sondern auch für die Musik selbst. Die Jesuiten legten einen großen Wert auf die Musikerziehung (dementsprechend hatten ihre Schüler oft eine ausgezeichnete Musikausbildung), doch ausserdem stellten die Jesuiten oft auch die weltlichen (bezahlten) Musiker an: Orgelspieler, Regenschori – weil ein Jesuit, der Ordensmitglied, sich nur selten der Musik allein widmen konnte. Der berühmteste Weltmusiker aus dem jesuiten Kollegiums- und Kirchenepoche war Ján Ignác Ambro, ein Orgelspieler, der nach Trencin aus der Stadt Bojnice kam (sein vorangegangener Joseph Pinkay wurde sogar zum Komponisten) Die Trenciner Sammlung bereicherte Ambro durch die vielen prunkvollen Musikwerke, sein Repertoir war sehr reich, modern, umfasste besonders die Werke der italienisschen, süddeutschen und österreichischen Komponisten, z.B. J.A.Hasse (bedeutender deutscher Opernkomponist, einer der Hauptvertretter neapelischen Opernschule), andere Neapel N. Porpora (bedeutender Pädagoge) und F. Durante, berühmter G.B. Pergolesi, hervorragender Sänger V.B. Faltelli oder deutscher Beduine Fr. M. Königsberger, von dem in der Trenciner Sammlung unikate Sinfonien usw. erhalten wurden. Die Trenciner Jesuiten kannten bereits sehr früh nicht nur die aktuelle zeitliche Barockmusik, sondern auch Musik des neuen Leitwegs – Klassizismus. Trencin gehört zu den ältesten Orten der Werkerscheinungen von J. Haydn (1765) und C. Ditters von Dittersdorf, besonders Symfonien dieser zwei Klassikmeister (wurden in der Kirche am Anfang und während des Gottesdienstes schon in der 60. Jahren des 18. Jhs. gespielt. In diesen Tendenzen, d.h. einem ausgezeichneten Kenntniss des Zeitrepertoirs setzten die Piaristen fort – die ältesten bekannten Werkabschreibungen W.A. Mozarts und L.van Beethovens stammen auch aus Trencin (1787, bzw.1811)

In diesem sehr kurzem Überblick der Musikgeschichte Trencins darf die Wirklichkeit nich vergessen werden, dass die Stadt eine zentrale Lage in der Mittelwaagsgebiet auch in der Musik hatte. Sein positiver Einfluß an die Musikkultur präsentierte sich sowohl in der Richtung von der Stadt Nove Mesto nad Vahom (Neustadt am Waag) bis zu der Stadt Zilina. (Dubnica, Ilava, Povazska Bystrica, Puchov, Pruske und andere kleinere Zentren. Die Bedeutung Trencins als des Musikzentrums überstieg weitaus das Mittelwaagsgebiet. Trencin gehörte in der Vergangenheit (dank der kostbaren Sammlung der Jesuiten und Piaristen gehört bis heute) zu den bedeutenden Musikzentren in der Slowakei.

PhDr. Ladislav Kaèic


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Koncert v piaristickom kostole sv. Františka Xaverského